Man sollte die ganze Situation eher mit den 10 Jahren vor Beginn des 1. Weltkriegs vergleichen, als mit den 1930er Jahren. Der Zweite Weltkrieg und die Versailler "Friedensordnung" als Nachkriegszeit waren nichts anderes als das Resultat des 1. Weltkriegs, welcher wiederum das Resultat einer Eskalationskaskade in den 10 Jahren davor war. Aber auch damals hätte, im Nachhinein betrachtet, nicht alles zum Krieg führen müssen.
Das Grundproblem ist immer ein mangelndes Informationsdefizit bei den Akteuren. Die politischen Akteure handeln aus der Unwissenheit über die Absichten des anderen heraus. Manches können sie erraten, anderes liefern ihnen Geheimdienste, aber die verfolgen großteils auch ihre eigenen Ziele, die nicht zwangsläufig mit den Interessen des eigenen Staates zusammenhängen müssen. Geheimdienstliche Informationen sind daher immer mit sehr viel Vorsicht zu genießen und können oft mehr schaden, als nutzen.
Transparenz ist hier das Zauberwort. Transparenz zwischen den politischen Akteuren sorgt dafür, dass das Gefühl von Unsicherheit abgebaut wird und sich jeder über die Absichten des anderen sicher sein kann.
Ich möchte zwar kein USA-Bashing betreiben, aber hier sehe ich ganz klar die USA in der Verantwortung, die nach 9/11 (und teilweise auch schon davor) sämtliche Prinzipien der internationalen Zusammenarbeit über den Haufen geworfen haben, die UN nur dafür gebraucht haben, um ihre Kriegszüge zu legitimieren, oder, wenn diese Zustimmung nicht erteilt wurde, haben sie sich darüber hinweggesetzt und eigenmächtig gehandelt.
Es sollte übrigens nicht unerwähnt bleiben, dass die USA nach 9/11 den Artikel 5 des Nordatlantikvertrages (Bündnisfall) bemüht haben, der zuvor noch NIE, nicht einmal auf der Höhe des Kalten Krieges, bemüht wurde! Was wir seit mehr als 13 Jahren erleben, ist damit ein permanenter Kriegszustand der NATO gegen....ja, gegen wen eigentlich? Gegen den "internationalen Terrorismus"? "Terrorismus" ist eine Form des bewaffneten Kampfes, kein politisches System wie z.B. der Kommunismus, der Faschismus oder der Nationalsozialismus, gegen das man anrennen könnte. Wogegen man Kämpft, sind Menschen, die sich des Mittels "Terrorismus" bedienen. Kurzfristig mag es funktionieren, diese Leute "wegzubomben". Aber die Grundproblematik, die Grundfrage wird nicht angegangen: warum kämpfen sie gegen den Westen? Was sind ihre Beweggründe? Ist es tatsächlich reiner religiöser Fanatismus?
Die USA galten auch einst als Leitstern für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte, zumindest propagierten sie das selbst. Spätestens seit 9/11 wird aber offenkundig, dass sie diese hehren Prinzipien selber nicht einhalten, ganz im Gegenteil. Wenn es politisch oportun ist, wird der eine Diktator unterstützt, um, wenn der "Mohr" seine Schuldigkeit getan hat, wieder fallen gelassen zu werden. Wir haben es bei Hussein, Mubarak und Gaddafi gesehen, Schwarzafrika mal ganz außen vor gelassen.
Folter, Menschenrechtsverletzungen und fehlende Rechtsstaatlichkeit werden bei Staaten, die keine US-Verbündeten sind (Russland, China, usw.) scharf kritisiert. Welch eine Heuchelei! Seit Jahren sitzen in Guantanamo Häftlinge, die kein ordentliches Gerichtsverfahren bekommen haben, deren Aussagen durch Folter erzwungen wurden und die oft nicht einmal über die Anklagepunkte gegen sie informiert werden. Seit Jahren werden viele unschuldige Menschen bei Drohenangriffen getötet, weil man meinte, inder Nachbarschaft sei ein "Terrorist". Ist das etwas die Rechtsstaatlichkeit, für die die USA angeblich stehen?
Die Moralität eines Starken misst sich daran, wie er mit den Schwachen umgeht. Und so, wie sich die USA in der Welt gebärden, spreche ich ihnen JEGLICHE Moralität ab!
Zum willfährigen Handlanger dieser primitiven Politik macht sich die EU. Einst nach einem fürchterlichen Krieg als Friedensprojekt gestartet, mausert sie sich immer mehr zu einem Faktor für Unrecht und Destabilität, ihren "Herren" in Washington (die wiederum auch nur anderen Herren höhrig sind) untertan.
Um die Frage im Titel dieses Threads zu beantworten: ja, für ihren Teil beteiligt sich die EU an der Kriegstreiberei der USA, die ihrerseits mit ihrer Doppelmoral jegliche Glaubwürdigkeit verloren haben.
Man kann Russland und China viel vorwerfen, es sind absolut keine "lupenreinen Demokratien" und die Menschenrechte haben sekundäre Bedeutung. Aber fragen wir uns doch mal selbst und beantworten uns ehrlich, ohne Ausflüchte, die Frage selbst: ist es bei uns, im Westen, denn anders?
Sind wir tatsächlich freier als die Menschen in Russland, China, etc.? Oder sind wir nur auf eine andere Art und Weise Sklaven, sprich Konsumsklaven? Hat uns unser Luxus, an dem im Übrigen immer weniger Menschen in Europa und Nordamerika teilhaben, blind gemacht für die Unfreiheit vor der eigenen Haustür?
Ich für meinen Teil schließe mich den Vorrednern an: ich werde nichts unternehmen, was zu mehr Konfrontation führen wird. Ich werde dagegen arbeiten, mit den Leuten reden, sie aufklären und hoffen, dass sie sich nicht mehr verhetzen lassen. Wenn die Finanz- und Politikmafia Krieg will, nur um ihr eigenes Fiat Monay Falschgeldsystem vor dem Zusammenbruch zu retten, dann sollen sie selbst zur Waffe greifen und die Völker in Ruhe lassen. Sie sollen ihre eigenen Kinder auf dem Schlachtfeld opfern, wenn sie das für richtig halten. Am besten wäre es natürlich, den Vorschlag umsetzen, wie er bei Erich Maria Remarque zu lesen ist: Alle Politiker in Badehosen und mit Knüppeln bewaffnet in eine Arena stellen, dann können sie sich gegenseitig totprügeln.
Meine Nachricht an die Politaffen in Berlin, Brüssel und Washington lautet jedenfalls: macht euren Sch**ss alleine!
Und das empfehle ich jedem, der nicht verrückt und/oder egoistisch genug ist, sterben zu wollen und dabei seine Familie und viele andere mit in den Tod zu reißen.